10.12.08 Es wird eng ums Herz
Engegefühl in der Brust, Schmerzen hinter dem Brustbein oder im gesamten Oberkörper, die bis in Schulter, Arm oder Kiefer ausstrahlen; Übelkeit, Atemnot, die Angst, ersticken zu müssen.
Angina pectoris nennt man diese Beschwerden, die keine eigene Krankheit sind, sondern die Symptome dafür, dass das Herz in Gefahr ist.
Mangelnde Durchblutung
„Koronare Hererkrankungen stehen nach wie vor an erster Stelle der häufigsten Erkrankungen in Österreich“, so Oberarzt Dr. Michael Nürnberg, 3. Med. Abteilung am Wilhelminenspital in Wien. „Angina pectoris ist auf eine Minderdurchblutung des Herzmuskels zurückzuführen und tritt meist bei Belastung auf. Diese mangelnde Durchblutung basiert auf der Verengung eines Gefäßabschnittes, der so genannten Stenose. Die Ursache ist eine ‚Verkalkung’ der Herzkranzgefäße.“ Diese Arterien sind dafür zuständig, unsere Lebenspumpe mit Blut zu versorgen.
Körperliche Anstrengung, Kältereize, besonders üppige Mahlzeiten und Stress können Auslöser für einen Angina-Pectoris-Anfall sein. Dann braucht die Muskelpumpe nämlich mehr Sauerstoff, den die verkalkten Gefäße nicht mehr ausreichend liefern können. Ist die Verengung schon weit fortgeschritten, kann also kaum noch Blut durch das Gefäß fließen, sind oft keine großen Belastungen notwendig, um bereits die Beschwerden auszulösen. Dann kann man auch im Ruhezustand einen Herzanfall erleiden.
Mitunter können auch andere Gründe hinter Angina pectoris stecken, die keine unmittelbare Gefahr darstellen: etwa eine Schilddrüsenüberfunktion, starke Blutarmut oder Rhythmusstörungen des Herzens. „ Bei einer erstmalig und in Ruhe auftretenden für mindestens 20 Minuten anhaltenden Brustenge soll auf jeden Fall rasch der ärztliche Notdienst unter der Nummer 141 angerufen werden.
Belastungs-EKG zur Abklärung
Der Arzt wird aufgrund der Krankengeschichte des Patienten und der Untersuchungsergebnisse die Diagnose stellen. EKG, Belastungs-EKG, Ultraschall, Magnetresonanz, Computertomographie, Herzkatheter sind mögliche Untersuchungsmethoden.
Neben der Therapie mit Medikamenten für den Akutfall und als Dauertherapie bzw. chirurgischen Eingriffen ist auch die Reduktion der Risikofaktoren durch Änderung des Lebensstils unabdingbar!“, appelliert Dr. Nürnberg auch an die Mitarbeit der Patienten. Dazu zählt: nicht zu rauchen, die ärztlichen Empfehlungen zu befolgen, regelmäßige körperliche Aktivitäten (über Art und Umfang informiert der behandelnde Arzt). Im Normalfall verbessert schon ein täglicher flotter Spaziergang die Situation. Außerdem ist es wichtig, Übergewicht abzubauen und die Cholesterinwerte zu senken. Auch bestehende Zuckerkrankheit muss gut eingestellt werden. Zum Erfolg oben angeführter Maßnahmen trägt fettarme Ernährung mit viel Obst und Gemüse bei.
Wartezimmer Krone 23/08 |