17.07.09 Trockene Haut im Alter
„Jeden Tag, an dem man sich nicht abschminkt, lässt die Haut um ein Jahr älter werden.“
„Sein Lebensstil ist ihm ins Gesicht geschrieben.“
„Ich bekomme noch Sorgenfalten wegen dir!“
Sätze, die wir häufig im Alltag verwenden, denen aber eine Weisheit zugrunde liegt: Auf der Haut zeichnet sich der Lebensstil ab. Zwar sind wir alle einem natürlichen Alterungsprozess unterworfen, daneben lassen sich aber zahlreiche Faktoren positiv beeinflussen (siehe unten). Logischerweise führt alles, was das Gewebe schädigt bzw. dessen Regeneration stört, zu vorzeitiger Faltenbildung: Rauchen, Alkohol, Übergewicht, ungesunder Lebensstil mit wenig Bewegung, zu kurzer Schlaf, zu viel Sonnenlicht etc.
Ein rosiger Teint entsteht durch Lichtreflexion. Bei guter Durchblutung wirkt das Gesicht also "gesund". Die Mikrozirkulation in der Haut ist wichtig für den Transport von Nährstoffen und die Immunabwehr. Daher sind regelmäßige Bewegung an der frischen Luft, tägliche Reinigung, ab und zu ein Peeling, vitaminreiche Ernährung und ausreichend Flüssigkeitszufuhr entscheidend für das Hautbild.
Altersflecken häufig, aber harmlos
Häufige, aber harmlose Hautveränderungen in späteren Jahren sind Alters- bzw. Sonnenflecken (Braunfärbung durch UV-Schäden) Altersflecken und Blutschwämmchen. Auch Couperose, geplatzte Äderchen meist im Wangenbereich und auf der Nase, tritt auf. Es gibt spezielle Cremes, schneller Wechsel zwischen kalter und heißer Luft (etwa beim Wintersport, Sauna) begünstigt das Auftreten. Bei Männern sind häufig mitesserartige, schwarze Pünktchen in der Wangengegend und lederne Haut im Nacken zu beobachten.
Haut im Alter
Generell reagiert Altershaut eher empfindlich auf Umwelteinflüsse und neigt zu Überreaktion. Prof. Dr. Beatrix Volc-Platzer, Vorstand der dermatologischen Abteilung im Donauspital-SMZ Ost Wien: „Weil die Talgdrüsen ihre Funktion reduzieren und die Wasserbindungsfähigkeit nicht mehr so hoch ist, trocknet die Haut im Alter leichter aus. Daher kann es auch häufiger zu Ekzemen kommen. Beim Ekzema craquelée etwa sieht die Haut aus wie gesprungenes Porzellan mit feinen Rissen. Ein häufiges Problem, bei übergewichtigen Patienten, stellt die ’Intertrigo’, Rötungen und Entzündungen in den großen Beugen, dar.“ Die Spezialistin empfiehlt rückfettende Pflegemittel mit fünf Prozent Harnstoff, ausreichend Glycerin oder Milchsäure zur Vorbeugung.
Keine harmlosen Alterserscheinungen sind aktinische Keratosen. Wie bereits mehrfach berichtet (weil hier wirklich eine unterschätzte Gefahr lauert!), handelt es sich dabei um beginnenden weißen Hautkrebs. Dieser entwickelt sich zumeist an Stirn, Nase, Wangen, Ohrmuscheln und bei Männern im Glatzenareal – den so genannten "Sonnenterassen". Auch Nacken, Unterarme und Handrücken können betroffen sein. Es zeigen sich rötliche Flecken mit rauer Schuppung, die man tasten kann. Typischerweise formen sich diese Veränderungen zu kleinen Gruppen.
Hier kann Ignoranz tödlich sein! Frühzeitige Entfernung hingegen bedingt Heilung.
Weil im Alter die elastischen Fasern an Zugkraft verlieren und Kollagen abgebaut wird, kommt es zum Erschlaffen. Oft sind die Augenlider betroffen. Schlupflider, die beim Lesen stören bzw. die Sehfähigkeit einschränken, können auf Krankenkassenkosten chirurgische behandelt werden.
Bei der Entfernung von Altersflecken hat sich Laseranwendung bewährt.
Pflege für jedes Alter
Ab etwa 25 Jahren baut die Haut bereits langsam ab. So arbeiten Sie dagegen: Sonnenschäden so gering wie möglich halten, Feuchtigkeit auffüllen, Bindegewebsfasern unterstützen, Vitamin A, Bund E zuführen, freie Radikale blocken. All dies ist mit modernen Produkten möglich. Lassen Sie aber Ihren Hauttyp bestimmen.
Im Alter ist rückfettende Pflege besonders wichtig. Duschen Sie häufiger, anstatt ein Vollbad zu nehmen, und benützen Sie Anti-Falten-Cremes bzw. straffende Körperlotions. Trinken Sie ausreichend Wasser und gehen Sie regelmäßig zur Hautkrebsvorsorge!
Quelle: Wartezimmerkrone 07/09 |