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21.05.10 Kinder nicht der Sonne aussetzen

Nicht nur Sonnenbrände in der Jugend, sondern auch regelmäßiges Bräunen dürften nach neuesten Forschungsergebnissen das Hautkrebsrisiko erhöhen. Die Österreichische Gesellschaft für Dermatologie begßt daher das kürzlich erlassene Solarienverbot für Jugendliche

Die Nutzung von Solarien für Jugendliche im Alter von unter 18 Jahren zu verbieten, ist aus der Sicht von uns HautärztInnen ein äußerst positiver Schritt", betont Prim. Univ.-Prof. Dr. Beatrix Volc-Platzer, Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie (ÖGDV), anlässlich des Kinder- Haut- Tages, der kürzlich in Wien stattgefunden hat. "Gerade aktuelle Erkenntnisse über die Spätfolgen von UV-Belastungen in jungen Jahren zeigen, wie wichtig solche Schutzmaßnahmen sind."

"Die kindliche Haut ist wesentlich empfindlicher für UV-Schäden, weil sie noch nicht über alle Schutzmechanismen verfügt", sagt Uni v. - Prof. Dr. Herbert Hönigsmann, em. Vorstand der Universitätsklinik für Dermatologie in Wien, und rät Eltern, in den ersten fünf Lebensjahren eines Kindes besonders vorsichtig im Umgang mit der Sonne zu sein: "Säuglinge sollten überhaupt nicht der Sonne ausgesetzt werden, bei älteren Kindern muss reichlich Sonnenschutz verwendet werden, weil die Fähigkeit der Haut, schützendes Pigment auszubilden, bei Kindern deutlich geringer ist als bei Erwachsenen. Die Haut merkt sich die Schäden das ganze Leben lang. Wir wissen heute, dass Sonnenbrände in der Jugend das Melanomrisiko deutlich erhöhen. Das ist für die hellhäutige Bevölkerung international bestätigt. Sehr aussagekftig sind da zum Beispiel Einwanderungsstudien aus Australien, die zeigen, dass die Einwanderung in ein Land mit sehr starker Sonnenstrahlung vor dem 15. Lebensjahr ein erhöhtes Risiko bringt."

Mechanismus der Krebsentstehung

Leider kann man sich an Sonnenbelastung nicht gewöhnen. Im Gegenteil. Man bräunt zwar an sonnenexponierten Stellen leichter und bekommt dort schwerer einen Sonnenbrand, doch aktuelle Forschungen zeigen, dass diese "Abhärtung" selbst problematisch ist.

Prof. Hönigsmann: "Die Zellen werden konditioniert. Doch vermutlich trägt auch diese Konditionierung selbst zu einem erhöhten Hautkrebsrisiko bei. Dieses "Gedächtnis" der Haut, das durch Sonnenexposition gebildet wird, dürfte in den Mitochondrien sitzen und die mitochondriale DNA verändern. Die Schäden in der mitochondrialen DNA tragen später ebenfalls zur Krebsentstehung bei."

Im Gegensatz zum Melanom, an dem auch immer mehr relativ junge Menschen erkranken, tritt das Plattenepithelkarzinom, der so genannte "weiße Hautkrebs", erst nach jahrzehntelanger Sonnenbestrahlung auf. Beim Melanom dürften einzelne sehr hohe Dosen ausschlaggebend sein, beim Plattenepithelkarzinom ist es die häufige Bestrahlung mit niedrigeren Dosen.



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